4 Bausteine für erfolgreiches Retention Management

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RM

Retention Management? Ja, es geht wieder einmal um Mitarbeiterbindung. Und Recruiting. Und den Dingen dazwischen. Die Antwort auf die Frage „Wie kann ich meine Mitarbeiter wirklich im Unternehmen halten?“, die Leidenschaft an vertrauensbasierter Zusammenarbeit und die Selbstverpflichtung zum ethischen Handeln – all das sind Gemeinsamkeiten erfolgreichen Retention Managements. Wir haben vier Bausteine zusammengetragen, mit denen Retention Management umgesetzt werden kann.

Emotional, rational, normativ

„Vertrauen, Ehrlichkeit, Authentizität. Das sind die Fundamente einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen Menschen und Unternehmen. Wenn sich meine Mitarbeiter mit mir als Arbeitgeber nicht nur auf rein rationaler Ebene, sondern auch emotional verbunden fühlen, wirkt sich das auch auf meinen Erfolg als Unternehmer aus.“ Oliver Marquardt

Die emotionale Bindung eines Mitarbeiters an das Unternehmen ist das stabilste Fundament einer langfristigen Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Sind die eigenen Angestellten zudem stark normativ ans Unternehmen gebunden, sind sie im gleichen Maße davon überzeugt, dass es (moralisch) richtig ist, dem Unternehmen seine Treue zu halten – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Starke Marken haben hier eindeutig einen Ass im Ärmel. Aber auch der Führungsstil des Vorgesetzten beispielsweise im Falle einer Erkrankung, etwa durch einen außergewöhnlich fairen Umgang mit dem Betroffenen, tragen positiv zur Bindung bei. Die rationale Komponente der Bindung speist sich vor allem aus sachlichen Überlegungen. Meist betrifft dies finanzielle Punkte wie Gehaltszahlungen, Sozialleistungen oder spezielle Privilegien. Alles zusammengenommen macht den Kern erfolgreichen Retention Managements aus.

Menschlichkeit, die verbindet.

Natürlich ist Retention Management (noch) kein reiner Selbstzweck. Natürlich wäre es schön, wenn die Welt und in ihr sämtliche wirtschaftlichen, politischen und sozialen Interaktionen auf Basis unbedingter Wertschätzung ablaufen würden. Dass wir uns hier jedoch im Reich einer Utopie bewegen, ist ebenso natürlich. Wer erfolgreich sein möchte, muss auch in Zahlen denken, muss mehr erwirtschaften, als er ausgibt. Ziel von Retention Management ist es also, qualifizierte Mitarbeiter a) zu rekrutieren und b) langfristig an sich zu binden und damit immer wichtiger werdendes Know-How im Unternehmen zu halten. Bereits an dieser Stelle haben wir über die immense Bedeutung zufriedener und motivierter Mitarbeiter und dem unternehmerischen Erfolg gesprochen:

Höhere Mitarbeiterzufriedenheit = Höhere Leistungsorientierung
Höhere Leistungsorientierung = Verbesserte Produkt- und Servicequalität
Verbesserte Produkt- und Servicequalität = Höhere Kundenzufriedenheit

Retention Management bedeutet mehr als Mitarbeiter „nur“ nachhaltig zu motivieren. Schauen wir uns in der Start-Ups-Szene um, könnten wir sofort 10 Beispiele wirklich guten Retention Managements finden. Junge Unternehmen wie LinkedIn, die Berliner Fonepit AG oder Foodplace.org sind wahre Paradebeispiele, von denen alteingesessene Hasen in puncto Unternehmensbindung einiges lernen können. Was macht diese Unternehmen so besonders? Die einfache Antwort: Sie sind daran interessiert, was ihren Mitarbeitern wichtig ist. Und handeln entsprechend.

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Die 4 Bausteine

Mit regelmäßigen Bonizahlungen, frischem Obst, kostenlosen Getränken und einer Tischtennisplatte ist es nicht getan. Retention Management, das funktioniert, fußt auf vier essentiellen Bausteinen: Ehrliches Employer Branding, ein exzellentes Erwartungs- und Erfahrungsmanagement, eine wertebasierte Führungskultur und strukturierte Onboardingprozesse.

1. Employer Branding, authentisch und nah.

Mitarbeiterbindung = Employer Branding. Einer, vielleicht der zentrale Baustein erfolgreichen Retention Managements ist die Vermittlung eines ehrlichen und natürlichen Gefühls von „Wir brauchen Dich. Du bist uns wichtig. Wir vertrauen Dir.“ oder kurzum: Erfolgreiches Retention Management braucht authentisches Employer Branding. Es braucht ehrliche Botschaften und keine leeren Versprechungen, weder im Einstellungespräch, um potentielle Mitarbeiter egal wie erst einmal an Bord zu holen, noch später im Laufe der Beschäftigung. Auch wenn die Versuchung groß ist, auf der Schiene des „Bei uns darfst Du mitbestimmen! Hier kannst Du Dich zu 110% entfalten!“ im War of Talents Punkte sammeln zu wollen: Wenn die gemachten Versprechungen dann nicht eingehalten werden, schadet das dem Image mehr, als hätte man gar keine Aussagen gemacht.

„Überlegen Sie sich vorher, was Sie als Marke und Unternehmen auszeichnet. Mit was können Sie als Arbeitgeber konkret punkten, was können Talente in Ihrem Unternehmen erwarten? Verstecken Sie sich nicht hinter Ihren Potentialen, versprechen Sie aber auch nichts, was Sie nicht halten können. Für uns ist das einer der wesentlichen Bausteine wertebasierter Unternehmensführung.“ Oliver Marquardt

2. Erwartungs- und Erfahrungsmanagement

Es erklärt sich von selbst, dass Erfahrungen nur weitergegeben und Erwartungen nur erfüllt werden können, wenn man klar und deutlich sagt, was man möchte. Und was man gegebenenfalls falsch gemacht hat. Für erfolgreiches Retention Management ist ein durchdachtes System an Erwartungsgesprächen und regelmäßiges Feedback daher unabdingbar. Ein solches System bildet die Grundlage eines kontinuierlichen Erwartungsabgleichs und damit langfristig die Basis hoher Zufriedenheit. Für beiden Seiten.

„Erwartungsgespräche und regelmäßiges Feedback sind eine wichtige Grundlage für erfolgreiches Retention Management. Nur, wenn ich die Erwartungen meiner Mitarbeiter kenne, kann ich sie in der Planung berücksichtigen und schaffe damit überhaupt erst die Grundlage für die Zufriedenheit, die für die langfristige Bindung unerlässlich ist.“ Oliver Marquardt

3. Der passende Rahmen: Wertebasiert Führen

Werte und Führung sind zwei Seiten einer Medaille. Verdeutlichen kann man sich das Ganze, wenn man sich bewusst macht, dass das Verhalten einer Führungskraft einer der entscheidenden Faktoren der Unternehmenskultur ist. Daraus kann man zwei Aspekte ableiten:

a) Wenn der Führungsstil nicht zu den Werten der Angestellten passt, löst das Widerstand aus. Widerstand führt langfristig gesehen zu Unzufriedenheit, Demotivation und innerer Kündigung.

b) Passen die Werte der Mitarbeiter nicht den Rahmen, den die Unternehmensführung vorgibt, führt dies zum selben Problem.

Erfolgreiches Retention Management setzt an diesen Punkten an und versucht zunächst, das Verhalten der Führungskraft und das entsprechende Umfeld genau zu analysieren. Wertebasierte Führung setzt die Ergebnisse dieser Analyse mithilfe klarer Werte um. Indem man zuvor definierte Werte der Unternehmenskultur klar kommuniziert, stellt man auch sicher, dass Mitarbeiter verstehen, worauf es ankommt. Das erspart es manches Mal auch, Einzelfälle korrigieren zu müssen. Man gibt also etwas Kontrolle ab und seinen Mitarbeitern im gleichen Maße mehr Raum, sich zu entfalten, Verantwortung und damit einen Teil des Unternehmens und seines Erfolgs zu übernehmen.

4. Strukturierte Onboardprozesse

Um neue Mitarbeiter am ersten Tag nicht im Regen stehen zu lassen (und damit die Chance einer frühen Bindung direkt zunichte macht), stützt sich Retention Management nicht zuletzt auf ein durchdachtes Onboarding. Hier bietet sich für Unternehmen eine wunderbare Möglichkeit, neue Mitarbeiter von Anfang an mit ins Boot zu holen und sie nachhaltig für das Unternehmen zu begeistern. Auf der einen Seite sollten dazu alle relevanten Informationen zu Marke, Unternehmenszielen, ablaufenden Prozessen, zur internen Struktur etc. gegeben werden. Einen ebenso wichtigen Teil macht jedoch auch die Vermittlung der Unternehmenskultur und seines Wertegerüsts aus (vgl. 3.).

Fakt ist: Nur Ehrlichkeit und Transparenz funktionieren. Wenn die basalen Strukturen für eine gemeinsame Zusammenarbeit fehlen, wird jedes Retention Management im Keim erstickt. Wieso? Weil Erwartungen geweckt werden, die später nicht erfüllt werden können. Was resultiert daraus? Globale Unzufriedenheit und Demotivation auf allen Ebenen. Demotivation entsteht immer dann, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden.

Quelle: gruenderszene.de

Autoren: M. Fett & O. Marquardt

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Marquardt+Compagnie ist ein ganzheitlich denkender Markenentwickler mit Marketingkompetenz aus 10 Jahren Kommunikationsarbeit. Bei uns im Blog finden Sie verschiedene Artikel zu den Themen Marketing, Kommunikation und Markenentwicklung.

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