Der Absatzmarkt China bricht dramatisch weg

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boomWie gerade mal wieder gelesen, machen sich deutsche Exporteure zunehmend Sorgen um den sinkenden Absatz in China. Dieser ist im Juni dramatisch eingebrochen. Zudem seien die Importe in das Reich der Mitte überraschend zurückgegangen. Es wird immer mehr deutlich, China hat wirtschaftliche Probleme. Doch eigentlich ist das nichts Neues. Ich denke, man sollte sich eher Sorgen um etwas anderes machen.

Dem Mittelstand geht es gut. Noch.

Der Mittelstand hat noch immer zu viele Aufträge, als dass man sich ernsthaft Sorgen machen würde. Wenn man mal die Rückmeldungen auswertet, braucht im Grunde niemand Unterstützung. Alles läuft weiterhin top. Gerade kam noch die Meldung, dass der Einkaufsmanagerindex auf einem 5-Monatshoch sei. Viele Unternehmen verschieben scheinbar Veränderungen auf den Zeitpunkt zwingender Notwendigkeit. Vorausdenken tun nur noch die wenigsten. Alles sei extrem volatil und unberechenbar geworden. Keine richtigen Konjunkturzyklen mehr und eine stetig ansteigende Dynamik des Markts machen es schwer, seriöse Einschätzungen zu machen und ableitende Direktiven zu entwickeln. Man kann es dem Mittelständler nicht übelnehmen, dass die Planungsabschnitte kürzer werden. Doch Abwarten ist gefährlich.

Wer vor der Masse handelt, verschafft sich einen Vorteil

Sinnvoll wäre, gerade jetzt die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Effizienzsteigerung, Innovation und die Erschließung neuer Märkte, anderer Märkte als China, wären gewinnbringende und vorausschauende Maßnahmen. Zumal deutsche Unternehmen durch die wachsende Qualität chinesischer Investitionsgüter auch in den Schwellenländern einem starkem Wettbewerb ausgesetzt sind. Asiatische Güter behaupten sich. Sollte China nun weiterhin mit sinkendem Wachstum und schwelenden gesellschaftlichen Problemen zu tun bekommen, werden sie ihre Preise senken, um die Marktanteile zu sichern. Für den deutschen Maschinenbauer wäre das nicht mehr tragfähig. Eine Katastrophe bahnt sich an. Aber das scheinen die wenigsten wirklich zu merken.

Externe Kompetenz wäre dringend notwendig

Gerade das hohe Durchschnittsalter vieler Unternehmenslenker wandelt sich aus einem Erfahrungsvorteil zu einem Innovationsnachteil. Es ist eine menschliche Eigenschaft, mit steigendem Alter Neuem gegenüber kritischer eingestellt zu sein. Gewohnheiten und bewährte Erfahrungen gelten oft als alleingültiger Maßstab. Das führt zu einem Wissensvakuum. Denn die Regeln ändern sich. Und das schneller, als man ihnen folgen kann. Natürlich ist es unmöglich immer wieder Trendsetter zu sein, wie einige große Unternehmen es vormachen. Aber man sollte versuchen, die neuen Wege und Möglichkeiten für sich gewinnbringend zu nutzen. Bei sowas hilft externe Beratung. Die aber von vielen immer noch als unnötig, zu teuer und nutzlos angesehen wird. Eine moderne Unternehmensberatung sollte das wissen und entsprechend neue Wege gehen. Wahre Werte, Offenheit und Transparenz sind wichtig. Und die Vermittlung von Wissen, um ein Unternehmen nicht abhängig zu machen. So leben wir z.B. das Prinzip der „Kompetenzerweiterung„.

Neuland und alte Gewohnheiten

Angela Merkel sagt: „Das Internet ist für uns alle #Neuland“. Ein schönes Beispiel dafür, wie die Generation unserer wirtschaftlichen und politischen Eliten den technischen Fortschritt wahrnimmt. Auch wir merken bei unseren Kunden immer wieder die Distanz und Unsicherheit, wenn es um das Medium Internet geht. Dabei muss niemand jeden Tag zig Tweets absetzen oder in anderen sozialen Netzwerken hochaktiv sein. Aber es wäre doch z.B. lukrativ, den Absatz im Internet anzukurbeln, indem man das Medium zur effektiven Werbung nutzt. Oder neue Geschäftskontakte über das Internet leichter pflegen lernt. Vieles ist möglich. Darunter sind noch viele  „kann-Optionen“. Selbst wenn man das alles nicht macht, kann man irgendwie noch bestehen heutzutage. Aber bei dem schnellen Wandel werden solche digitalen Eigenschaften immer wichtiger. Richtig gefährlich wird es, wenn man die Bedrohungen, die vom Internet ausgehen, unterschätzt. Die wenigsten haben erkannt, wie angreifbar sie sind. IT-Sicherheit ist ebenfalls für viele Neuland. Dabei ist „know-how“ die einzige Ressource, aus der nachhaltiger Profit erwirtschaftet werden kann. Das wissen wenige. Zu wenige. Dabei ist es so einfach, sein Wissen zu schützen.

Ohne es zu merken, findet seit Jahren ein Wissenstransfer in andere Länder statt. Nicht nur durch die Greenfield-Expansion nach China, sondern auch durch mangelhafte IT-Sicherheitskonzepte. Der Abhörskandal und die offene Äußerung eines NSA-Mitarbeiters, die Sammlung von deutschen Unternehmensdaten und deren Verwertung für die eigene Wirtschaft könne nicht ausgeschlossen werden, zeigt deutlich es wird Zeit, dass sich das Bewusstsein ändert.

O. Marquardt

Oliver Marquardt ist studierter Kommunikationsdesigner aus Hamburg. Er arbeitete als Texter in renommierten Werbeagenturen, bevor er sich als Marketing- und Kommunikationsberater für Großunternehmen selbstständig machte. Mittlerweile ist er gefragter Berater für Markenentwicklung im Mittelstand und Autor vieler Fachartikel. 2013 gründete er zusammen mit seiner Frau Katharina Marquardt das Büro "Marquardt+Compagnie" für wertebasierte Markenentwicklung in Marburg. Zum Kundenkreis zählen klassische, mittelständische Unternehmen bis 500 Mitarbeiter. Privat interessiert er sich für philosophische Fragen rund um Gesellschaft und Kommunikation, spielt Golf, produziert Musik und kocht gerne.

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