4 Tipps, wenn’s mit dem Content Marketing (noch) nicht klappt

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Content raus und her mit dem Erfolg! Alle wollen auf der Erfolgswelle des Content Marketings mitschwimmen. Deshalb mal schnell einen Beitrag in den Corporate Blog gestellt, ein bisschen Storytelling hier, ein Video auf YT da und dazu Facebook-Posts und schon ist man dabei! Wer so agiert, bezahlt doppelt. Welche Fehler man vermeiden sollte.

Weil die kurzfristigen, schnellen erhofften Ergebnisse ausbleiben, beäugen viele Unternehmen Content Marketing nachwievor mit Skepsis. Wenn man Content Marketing nicht aus reinem Selbstzweck betreiben, sondern irgendwie auch von dessen Reichweite profitieren möchte braucht es einige kleine Bausteine. Markenstratege Oliver Marquardt hat sich dazu einmal hingesetzt und ein paar Lösungsvorschläge, damit auch wirklich jeder die erhofften Ergebnisse erhalten kann.

Strategie: Ohne Strategie ist alles Nichts

„Fehler Nummer 1 ist das Fehlen einer Content-Strategie. Content Marketing ist in aller Munde und ein solcher Erfolgsschlager, dass die Unternehmen glauben, es mit einem völligen Selbstläufer zu tun zu haben“.

Bei seinen Streifzügen durchs World Wide Web stößt Oliver Marquardt immer wieder auf Marken, die ihren Content willkürlich verbreiten. Ob unzusammenhängende Inhalte oder getreu dem Motto „Viel hilft viel“, indem ohne Ende Content produziert wird, der weder ansprechend ist noch einen wirklichen Mehrwert darstellt, meinen sie zu wissen, wie der Hase läuft. Sie haben ja schließlich etwas zu sagen! Und selbst wenn nicht: Hauptsache Content Marketing! Dabei ist die Strategie richtungsweisend und ausschlaggebend für den Erfolg. Aus dem strategischen Management wissen wir: Alles nichts ohne ein Ziel. Wie soll etwas funktionieren, wenn wir nicht wissen, wohin die Reise gehen soll? Damit Content Marketing erfolgreich sein kann, muss hinter dem gesamten Content ein Konzept stehen, eine Content-Marketing-Strategie. Leser, die vielleicht einmal zu neuen Kunden werden, merken ziemlich schnell, wenn sie es mit beliebigen Beiträgen zu tun haben, die ohne Plan geschrieben und promotet wurden.

„Mein Tipp: Überlegen Sie sich zuerst, wohin Sie mit Ihrem Content wollen. Was ist Ihr Hauptziel? Dann: Wen wollen Sie ansprechen? Welche Zielgruppe wollen Sie von Ihrem Können überzeugen? Damit haben Sie schon einmal zwei wichtige Gradmesser, anhand derer Sie Ihre Inhalte ausrichten können.“

Frequenz: Jetzt schnell noch einen Beitrag raus. Oder lieber gleich zwei!

Thema Frequenz. Wie viel soll oder muss geschrieben werden, damit man genügend Aufmerksamkeit auf sich zieht und im Gespräch bleibt? Keine leichte Frage. Produziert man zu wenig, droht man in der Flut konkurrierenden Contents unter zu gehen. Haut man dagegen alle zwei Tage einen 5-Seiten-Artikel heraus, langweilt das die Leser ziemlich schnell. Oder schlimmer: Es überfordert sie und sie schalten ganz ab. Das Problem ist nämlich, dass der Hype um Content Marketing scheinbar jeden dazu veranlasst, etwas sagen zu müssen. Selbst Ernest Hemingway hat seine Erfolge nicht am Fließband produzieren können. Und was leidet dann? Genau, die Qualität.

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„Finden Sie eine für Sie individuelle Mischung aus qualitativ hochwertigen Inhalten, die Ihre Zielgruppe ansprechen und Ihnen Mehrwerte liefern. Sie erregten damit Aufmerksamkeit und profilieren sich als Experte, der wirklich etwas zu sagen hat. Dann müssen Sie aber auch an der Stange bleiben. Ihre neuen Leser wollen regelmäßig von Ihnen versorgt werden. Wenn Sie also zeitnah nichts Neues liefern, werden sich Ihre Leser andernorts mit Wissen versorgen und Sie sind raus. Bemühen Sie sich also um regelmäßige Veröffentlichungen. Ein gut recherchierter Beitrag alle 2 Monate ist zu wenig. Es müssen aber auch nicht 5 pro Woche sein. Wenn Sie wissen, wer Ihre Zielgruppe ist und was diese gerade interessiert, haben sie ein Thema, über das Sie regelmäßig gute Inhalte produzieren können. 2-4 Beiträge im Monat sollte das Minimum sein, damit Ihre Leser ‚am Ball‘ bleiben.“

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Verbreitung: Nichts geht über Facebook!

„Ein weiterer Fehler, den ich oft beobachte, ist die alleinige Konzentration auf einen einzigen Kanal. Die Seite wird zwar löblich gepflegt, aber abseits davon wird nichts wahrgenommen. Mein Tipp: Seien Sie dort, wo Ihre Kunden sind! Seien Sie dort, wo Influencer sind.“

Facebook gilt als Social-Media-Kanal der ersten Stunde. Es sollte eigentlich selbstredend sein, dort einen kleinen (Firmen)-Auftritt zu haben. Es gibt viele Wege, seinen Content zu streuen und ins Gespräch zu kommen. Facebook stellt definitiv eine beliebte Anlaufstelle dar, wenn es darum geht, schnell und einfach Informationen einzuholen, ist aber nicht für alle Zielgruppen gleich gut geeignet. Außerdem: Nicht nur auf’s Liken, Teilen und Posten konzentrieren! Social Signals sind zwar ein Indikator. Wirklich wertvoll sind allerdings nur direkte Rückmeldungen, z.B. Kommentare und Shares.

Die richtigen Kanäle identifizieren

„Sie müssen jene Kanäle bespielen, welche Ihre Zielgruppe bevorzugt nutzt. Facebook, Twitter, Google+, E-Mailing, Corporate Blog. Nutzen Sie verschiedene Medien, um Ihre Reichweite und die Kontaktwahrscheinlichkeit zu Ihren Kunden zu erhöhen. Doch auch hier geht Relevanz über Quantität. Ihre Sprache über verschiedene Kanäle hinweg muss einheitlich gestaltet sein. Das strahlt Seriosität und Vertrauen aus: Ihre Leser wissen dann, was Sie von Ihnen erwarten können. Identifizieren Sie die Nutzungsgewohnheiten Ihrer Zielgruppe und bespielen Sie gezielt diese Kanäle mit hochwertigen Inhalten in einheitlicher Sprache“

Branding: Oh, noch ein Beitrag über Content Marketing!

Jetzt haben wir gerade gesagt, Sie sollen das liefern, was man von Ihnen erwartet. Ja und Nein. Ja, um Ihren Lesern das zu geben, was diese lesen wollen. Es hat sich aber gezeigt, dass man ab und an auch einmal „aus der Reihe“ tanzen sollte. Sprich: Überraschen Sie auch mal! Und vergessen Sie nicht, das Content Marketing auf die eigene Branding-Strategie einzahlen zu lassen.

Die meisten Unternehmen sind zu schüchtern, um etwas zu wagen. Dabei kann gerade das wahre Wunder wirken, wenn es gerade einmal nicht so klappt, wie man es sich mit dem Content Marketing vorstellt. Sicher haben Sie Ihre Leser, weil Sie ein Thema gefunden haben, über das Sie viel zu erzählen haben. Aber auch das wird irgendwann einmal langweilig. Etwas Mut schadet nicht. Nur so entwickelt man sich weiter und erschließt neue Kunden.

Wichtig ist zudem sämtliche Inhalte mit dem eigenen Markenkern abzugleichen. Nicht jedes Thema eignet sich, um damit die eigene Marke besser in den Köpfen zu platzieren. Und auch das Branding über Aussehen und Rhetorik der Inhalte ist von Bedeutung. Auch im Bereich Content Marketing gilt: Erfolg heißt Arbeit. Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.

Im zweiten Teil erklärt Oliver Marquardt, warum sich eine starke Marke im Content Marketing nicht nur um sich selbst dreht, welchen Stellenwert eigentlich SEO für erfolgreiches Content Marketing hat und welchen Tricks man sich bedienen kann, um das eigene Potential so richtig auszunutzen.[/l2g]

Autoren: O. Marquardt & M. Fett

Redaktion

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Marquardt+Compagnie ist ein ganzheitlich denkender Markenentwickler mit Marketingkompetenz aus 10 Jahren Kommunikationsarbeit. Bei uns im Blog finden Sie verschiedene Artikel zu den Themen Marketing, Kommunikation und Markenentwicklung.

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