Maschinenbau korrigiert Prognose. Der Abschwung vom Aufschwung.

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Bild Exportweltmeister

Wie der VDMA mitteilte, wird in diesem Jahr nicht mehr mit einem Wachstum, sondern einer Reduzierung des Produktionsniveaus im Maschinenbau gerechnet. Ende 2012 erwartete man noch eine Steigerung von +2% für das laufende Jahr, nun rechnet man mit einem Minus von 1%. Das liegt vor allem an einem enttäuschend schwachen Auftragseingang. Sorgen bereitet den Maschinenbauern dabei die geringe Nachfrage aus dem Inland. Aber auch die hohen Exportquoten der Vergangenheit scheinen alles andere als sicher.

Der Pokal des Exportweltmeisters wandert weiter

Wie wir auf unserer Seite vor einigen Wochen bereits erläutert, verliert Deutschland zunehmend seine weltweiten Marktanteile. Für den Maschinenbau ist das vor allem im wichtigen chinesischen Markt sehr schmerzhaft. Aber nicht nur da. Auch in anderen wichtigen Märkten in Europa und den Schwellenländern überholt China die deutschen Unternehmen. In den großen Schwellenländern Indien und Brasilien konnten sich deutsche Unternehmen bisher nicht als führender Importeur behaupten. Bis auf den Fahrzeugbau, sehen sämtliche ehemalige Spitzenbranchen nur noch den Staub der chinesischen Exportmaschinerie vor sich. Ich bin kein Fan der CDU-nahen Bertelsmann-Stiftung. Aber in diesem Falle decken sich die Erkenntnisse ihrer Studie mit den Informationen anderer Quellen. Deutschland muss selbst vor der eigenen Haustür um die Vorherrschaft bangen. Zwar seien deutsche Maschinen in Frankreich, Italien und Großbritannien immer noch am Meisten gefragt, aber inzwischen stagniert der Absatz auch hier. Und wer sich die Volkswirtschaften dieser Länder ansieht merkt schnell, dass hier in den nächsten Jahren wahrscheinlich erstmal nicht allzuviel zu holen ist. Zumindest nicht mit teurer, deutscher Top-Qualität.

Chinas gute Ware ist wesentlich günstiger.

Man kann es der Industrie auch nicht verübeln, wenn sie die Wahl zwischen 1A-Spitzenqualität zu hohen Preisen und guter Qualität zu niedrigen Preisen hat. Hier ist vor allem das Marketing der Deutschen gefragt! Wer hier nicht klare Markenwerte etablieren kann, der wird es in Zukunft schwer haben, seine Maschinen an den Mann zu bringen.

 

O. Marquardt

Oliver Marquardt ist studierter Kommunikationsdesigner aus Hamburg. Er arbeitete als Texter in renommierten Werbeagenturen, bevor er sich als Marketing- und Kommunikationsberater für Großunternehmen selbstständig machte. Mittlerweile ist er gefragter Berater für Markenentwicklung im Mittelstand und Autor vieler Fachartikel. 2013 gründete er zusammen mit seiner Frau Katharina Marquardt das Büro "Marquardt+Compagnie" für wertebasierte Markenentwicklung in Marburg. Zum Kundenkreis zählen klassische, mittelständische Unternehmen bis 500 Mitarbeiter. Privat interessiert er sich für philosophische Fragen rund um Gesellschaft und Kommunikation, spielt Golf, produziert Musik und kocht gerne.

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