Mittelstand: Wo stehen die Unternehmen 2014?

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weld 67640/ pixabay.com

Das erste Unternehmenshalbjahr 2014 ist geschafft. Zeit, eine vorläufige Zwischenbilanz zu ziehen und die bisherigen Ergebnisse etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Wo sehen sich die Unternehmen in ihrer augenblicklichen Positionierung, in ihren Ziel- und Jahresvorgaben? Welche (Teil-)Ziele konnten bisher erreicht werden, wo bedarf es Umorientierung oder einer eventuellen Neuausrichtung? In diesem Monat wollen wir gemeinsam ein Resümee ziehen und die Reaktionen und Einschätzungen bezüglich der gesetzten Vorhaben in Marketing, Investition, Umsatz und Kundenorientierung verschiedener Mittelstandsbereiche zusammentragen.

Die aktuelle Konjunkturlage im deutschen Mittelstand

Aufschwung  2014: Die deutsche Wirtschaftslage scheint nach einem eher durchwachsenen Jahr 2013 endlich wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Darauf lassen zumindest die Einschätzungen in den Mittelstandsbetrieben schließen. Wurde noch im vergangenen Jahr von einer durchschnittlichen Wachstumsrate von lediglich 0,4 Prozent berichtet, stehen die die Prognosen für das laufende Jahr deutlich besser. Wachsende Beschäftigungs- und Auftragszahlen, Umsatzerhöhungen sowie die gestiegene Binnennachfrage versprechen auch für das zweite Halbjahr 2014 einiges an Potential.

In diesem Artikel wollen wir zunächst eine Bestandsaufnahme machen. Schauen wir uns an, wo der deutsche Mittelstand zur Halbjahreswende aktuell steht. Nachdem wir in den vorangegangenen Monaten über die unterschiedlichen Aspekte von Marketing, Markenbildung oder der Geschäftspositionierung gesprochen haben, wollen wir nun gemeinsam die (bisherige) Umsetzung in den Fokus rücken.

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Wirtschaftslage im Handwerk: Optimistischer Jahresausblick

Kurze Zahlungsfristen und weniger Insolvenzen: Die Lage der deutschen Handwerksbetriebe hat sich vergangenes Jahr deutlich verbessert. Die auf der IHM vorgestellten Ergebnisse der  Creditreform-Frühjahrsbefragung sprechen für sich: Selten fielen die Prognosen für ein laufendes Jahr so positiv aus wie dieses Mal. Die Betriebe sind insgesamt mit der Zahlungsmoral der Kunden zufrieden und konnten nicht zuletzt Dank der anhaltend guten Ertragslage ihre Eigenkapitalsituation nachhaltig verbessern. Das lässt optimistisch in die Zukunft blicken.  37 Prozent der Befragten erwarten demnach bedeutende Umsatzsteigerungen für 2014. Im Vorjahr äußerten dies nur 29 Prozent der Betriebe.

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Das Geschäftsklima ist zuversichtlich – Zeit für Investitionen?

Wenn die künftigen Umsatz- und Ertragserwartungen schon so optimistisch ausfallen, die notwendigsten Ressourcen und Absätze gesichert sind, dann wäre es doch eigentlich an der Zeit, sich einem gründlichen Faktencheck zu unterziehen. Raum zur Optimierung und Neuerung gibt es schließlich immer. Ob Investitionen in neue Technologien und Techniken, eine Überarbeitung im Status-quo-Marketing-Plan oder Veränderungen in der Personalsituation: die günstigste Konjunkturlage sollten Unternehmen keinesfalls verstreichen lassen! Denn wann wäre der Zeitpunkt günstiger, als im Zugwind des Aufschwungs dem eigenen Betrieb jene wichtigen zukunftsorientierten Entwicklungen zu ermöglichen? Schauen wir uns die Zahlen dazu an: Laut Crediteform planen mit rund 56 Prozent der Betriebe  deutlich mehr Investitionen als noch im vergangenen Jahr. Dabei sind vor allem Erweiterungsinvestitionen geplant.

Personalaufstockung

Immerhin: In Sachen Personalplanung scheint Zuversicht das Gebot der Stunde: 22 Prozent wollen ihren Personalbestand aufstocken, nachdem im Vorjahr nur 16,7 Prozent in diese Richtung planten. Dies ist auch notwendig, wenn bei steigenden Bedarfszahlen keine Wartezeiten entstehen sollen. Investitionskönige sind das Nahrungsmittel- und Metallhandwerk; deutlich geringere Ausgabenbereitschaft findet sich im  Ausbaugewerbe sowie im Kfz-Handwerk. Eine schöne Übersicht liefert die Tabelle (oben) über die zukünftige Personalentwicklung, getrennt nach Wirtschaftsbereichen.

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 Alleinstellung und Positionierung: Potential bedienen durch intelligentes Marketing

Effiziente Marktforschung, durchdachte Strategien, kundenorientierte Kommunikationskonzepte und messbare Erfolge – die Versprechen der Marketeer an KMU sind vielzählig. Möchte man den einladenden Worten handfeste Ergebnisse folgen lassen, ist es allerdings wichtig, die richtigen und passenden Konzepte für sich auszumachen. Stichwort: Bedarfsanalyse. Was hat sich getan in Hinblick auf Nutzung neuer Medien und Marketingstrategien? Um das Thema „Internet, Social Media und Online-Reputation“ wird man wohl nicht mehr herumkommen, wenn man auch in Zukunft in den vordersten Reihen mitmischen möchte. Auch in den deutschen Handwerksbetrieben scheint man das Potential des Web 2.0 langsam erkannt zu haben. Die eigene Präsenz im Netz ist zu einem wichtigen Baustein geworden. 84 Prozent der befragten Betriebe gaben an, über eine eigene Homepage zu verfügen, wobei größere Unternehmen hierbei häufiger vertreten sind. Doch wenn man glaubt, mit der Firmenhomepage ist es getan und die Aufträge generieren sich dadurch von allein, der irrt. Der Teufel (und im Umkehrschluss natürlich auch der eigentliche Nutzen) steckt im Detail: Im Online-Marketing, welches sich der passenden Instrumente bedient. Einen gebündelten Überblick über die wichtigsten Funktionen und Möglichkeiten finden Sie in unserem Artikel: Wie funktioniert eigentlich Online Marketing?. Die Unternehmen bleiben skeptisch – 61,7 Prozent erkennen (noch) keinen positiven Einfuss auf ihre Geschäftserfolge. Weitergedacht ist diese Annahme auch vollkommen nachvollziehbar, wenn kein konkreter Marketing-Plan existiert und verfolgt wird, der Erfolge und Mehrwerte produzieren kann.

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Wir sehen die Betriebe hier in der Bringschuld. Die Welt dreht sich weiter, so rasant wie nie zuvor werden neue Technologien und Weiterentwicklungen auf den Markt geworfen. Verbraucher und Wettbewerber erstarken im Internet, suchen und finden Informationen, wollen den schnellen, einfachen und dennoch nachhalten Input. Verharren Mittelstandsbetriebe auch in Zukunft ihrem altbewährten Strategien und begnügen sich mit dem Status quo, wird der gewinngenerierende Marktkampf  auf Dauer nicht mehr möglich sein.

Autoren: M. Fett & O. Marquardt

Wirtschaftslage Handwerk, Frühjahr 2014 – Die komplette Analyse als pdf

Quelle: creditreform.de,  Bildquelle: weld 67640/ pixabay.com

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Marquardt+Compagnie ist ein ganzheitlich denkender Markenentwickler mit Marketingkompetenz aus 10 Jahren Kommunikationsarbeit. Bei uns im Blog finden Sie verschiedene Artikel zu den Themen Marketing, Kommunikation und Markenentwicklung.

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