Online Monetarisierung: Strategien und Chancen

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Monetarisierung-620x264Wie monetarisiere ich digitale Inhalte? Der Wettbewerb zwischen den klassischen Medien, Onlinemedien, Blogs und mobilen Formaten ist unlängst auch hierzulande entbrannt. Mehr und mehr Medienkanäle ringen um die Aufmerksamkeit der User. Während viele ihren Content noch ohne Gegenleistung anbieten, mehren sich zugleich die Wünsche nach einer Monetarisierung dieser Inhalte.

In diesem Monat wollen wir in uns mit der Frage beschäftigen, welche Möglichkeiten Bloggern und Unternehmen offen stehen, ihre digitalen Inhalte im Netz zu monetarisieren, also in Geld umzuwandeln. Den Anbietern stehen dabei eine Reihe unterschiedlicher Modelle und Varianten zur Verfügung, auf welche wir in den kommenden Wochen genauer eingehen wollen. Inhaltlich werden wir uns auf größere Schwerpunkte konzentrieren: Die Monetarisierung im mobilen Internet, App-Monetarisierung, die Einbindung von Werbung auf einer Website sowie die jeweiligen Monetarisierungsplattformen. Geld verdienen im Internet wird alltäglich werden, denn das Konzept „Content für Lau“ bringt neben diversen Vorteilen leider auch eine Reihe von Nachteilen für Unternehmen und Wettbewerb mit sich.

Die Monetarisierung im mobilen Internet

Heute soll es zunächst etwas allgemeiner um die Verdienstmöglichkeiten mobiler Inhalte gehen. Content im mobilen Internet ist der Trend der Zukunft. Mobilität und die damit eingehergehende fortschreitende Digitalisierung des Alltags verändert unsere Lebens- und Arbeitswelt so nachhaltig, dass viele Unternehmen nur schwer hinterherzukommen scheinen. Klassische Mobiltelephone werden durch Smartphones abgelöst, bei denen das Telefonieren zur Nebensache wird. Die Medienwelt ändert sich rasant, ein Trend folgt dem nächsten. Hieß es vor kurzem noch „Print zu Digital“, stehen Journalisten, Anbieter und Vermarkter nun einem „stationär zu mobil“ gegenüber. Mobilität beeinflusst unser Informations- und Kommunikationsverhalten. Mobilität verändert unsere Mediennutzung, unsere Freizeitgestaltung und unser Einkaufsverhalten. Hier steckt Potential und Risiko zugleich: Neue unternehmerische Möglichkeiten verdrängen zugleich die traditionellen Geschäftsmodelle. In diesem Zusammenhang sehen sich Content-Anbieter zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert: Wie lässt sich in der wachsenden mobilen Medienwelt Geld verdienen?

Wo sich Ansprüche und das Nutzungsverhalten von Zielgruppen verändern, müssen erfolgsstrebende Anbieter ordentlich nachliefern. Ob Personalisierung auf mobilen Endgeräten, Multi-Screen-Lösungen, neue Design- und Darstellungsmöglichkeiten der bereitgestellten Inhalte oder die Refinanzierung des Contents durch Werbung: Wer erfolgreich Geld verdienen möchte, bei dem Muss Abruf, Ablauf und Qualität punktgenau stimmen.

Möglichkeiten der Monetarisierung

Viele Vermarkter sehen nachwievor die klassische Displaywerbung als „best pratice“ des Geldverdienens an. In der digitalen Monetarisierung spielte Werbung bisher eher eine untergeordnete Rolle. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die meisten Medienkanäle noch weitestgehend mit der klassischen Werbewelt verwurzelt sind: Marketing und Medienangebote sind noch nicht hinreichend digitalisiert, um in mobilegerechte Anzeigen oder Kampagnen eingebunden zu werden. Dass sich hier in naher Zukunft einiges verändern wird, ist jedoch sicher: Ändert sich das Informations- und Unterhaltungsverhalten der Verbraucher schwerpunktmäßig hin zur Mobilität, so werden auch die Budgets für mobile Kampagnen steigen.

Nutzungsverhalten deutscher Verbraucher von mobilen Endgeräte

Entscheidend aus Sicht der Anbieter ist sicherlich die Frage nach dem Nutzungsverhalten der eigenen Zielgruppe. Was machen Konsumenten mit ihren mobilen Endgeräten? Weshalb, wie und wann werden mobile Inhalte genutzt? Die Beantwortung dieser Fragen liefert die Basis eines passgenauen Zuschnitts von Content und Angebot auf die jeweiligen Bedürfnisse der User. Diese Erkenntnisse bilden einen entscheidenden Erfolgsfaktor im Wettbewerb: Die Nutzer werden nur dann bereits sein, für bestimmte Inhalte zu zahlen, wenn das Angebot ihre Wünsche und Interessen auch bedienen kann.

Die folgenden beiden Infografiken bilden zum einen das Nutzungsverhalten deutscher Mobile-User nach Tageszeit, zum anderen aufgeschlüsselt nach Angebot ab.

Quellen: Goldmedia, TNS Infratest 2011

Quellen: Goldmedia, TNS Infratest 2011

 

Quelle: »Mobile Web Watch 2011«, Accenture

Quelle: »Mobile Web Watch 2011«, Accenture

 

Worauf kommt es den Verbrauchern dabei am meisten an? Worauf wird besonderer Wert bei der Nutzung bestimmter Angebote gelegt? Den Ergebnissen zweier Studien von Accenture sowie von Bitkom lassen sich interessante Aspekte identifizieren, die nahezu allen Nutzern wichtig sind. Darunter zählen neben der Benutzerfreundlichkeit und Verlässlichkeit der Geräte und Content-Angebote vor allem die Kompatibilität zwischen den Geräten, Multi-Screen und Personalisierung.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Endgeräte vorwiegend zur

  • Kommunikation (E-Mailing, Social Media)
  • Informationsbeschaffung (Nachrichten, Preis- und Produktvergleiche)
  • Unterhaltung (Spiele, Musik, Video) sowie für
  • Transaktionen (z. B. Produkt- und Ticketkäufe, Bankgeschäfte)

genutzt werden.

Erfolg durch Maß

Derzeit ist der Anteil mobiler Werbung allerdings noch gering: Lediglich 0,6 Prozent der gesamten Werbeausgaben sowie etwa 5 Prozent der Investitionen in Online Werbung fließen in diesen Zweig. Bisher fehlt es an Ideen, durchdachten Werbestrategien und vor allem an mobilfähigen Konzepten. Um der mobilen Monetarisierung Aufschwung zu verleihen, sollten sich Anbieter am Nutzerverhalten orientieren: Sie bestimmten die Richtung und Schnelligkeit der Entwicklung. So ist es wichtig, dass nicht nur Service und Inhalt auf die User zugeschnitten werden, sondern auch auf den Standort und die jeweilige Nutzungssituation. In diesem Zusammenhang werden wir später auf das Thema Multi-Screen eingehen.

Gerade hinblicklich der Konkurrenz kostenloser Angebote muss für Verbraucher Nutzen und Mehrwert klar erkennbar sein. Bildet sich keine positive Kosten-Nutzen-Bilanz, werden User auch weiterhin auf kostenfreie Inhalte zurückgreifen. Content-Anbieter verlangt dies klare und durchdachte Verwertungskonzepte ab. Anhand von Games und Apps ist dies leicht zu verdeutlichen: Die Zahlungsbereitschaft der Kunden hängt stark vom Genre der Spiele sowie der App-Funktion und Plattform ab. Je attraktiver, innovativer und spezieller eine Funktion oder das Genre, desto erfolgversprechender fällt das kostenpflichtiges Angebot aus.

 

Die Herausforderungen im Bereich Paid Content sind vielschichtig. In den nächsten Wochen werden wir die wichtigsten Modelle verdeutlichen und einfache Möglichkeiten wirkungsvoller Chancen auflisten, um der Monetarisierung digitaler Inhalte aus den Kinderschuhen zu helfen. Im nächsten Artikel gehen wir konkreter auf effektive App-Monetarisierungsstrategien, der Monetarisierung von Blog-Inhalten  sowie geeigneter Werbepartner und Modelle wie „Click per sale“ ein.

Autoren: M. Fett & O. Marquardt

Quellen: onlinemarketing.de, accenture.com, monetarisierung.netre-publica.de

Bildquellen: Tax Credits – Flickr.com – CC BY 2.0

Redaktion

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Marquardt+Compagnie ist ein ganzheitlich denkender Markenentwickler mit Marketingkompetenz aus 10 Jahren Kommunikationsarbeit. Bei uns im Blog finden Sie verschiedene Artikel zu den Themen Marketing, Kommunikation und Markenentwicklung.

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